Wasserfreunde: Schwimmen, Wasserball, Triathlon

1925 wurde die Schwimmabteilung gegründet. Auslöser war der Bau des Werner Freibads. Das fertig gestellte Bad wurde im Sommer 1926 eröffnet. Schon bald wurden erste Schwimmvergleichskämpfe – beispielsweise mit Münster 91 – im Freibad ausgetragen. „Der Mann, der schwimmerische Pionierarbeit leistete, war zweifelsohne der langjährige Schwimmmeister Karl Wagner“, berichtet die Vereinschronik von 1978. Er engagierte sich von Anfang an für die Förderung des Schwimmsports in Werne und war erster Leiter der neuen Abteilung.

Schwimmen

Nachdem Werne sein eigenes Freibad hatte, etablierte sich – über die Stadtgrenzen hinaus – ein besonderer Wettkampf, die Staffette „Rund um Werne“. An diesem Turnier nahmen Schwimmer, Läufer, Radfahrer, Reiter und Motoradfahrer teil. Allerdings, so berichtet die Chronik der TV-Wasserfreunde, sei es häufig zu Unfällen gekommen, weil Pferde durchgingen oder die Kradfahrer stürzten. Also beschränkte sich die Staffette nach einigen Jahren auf die Sportarten Laufen, Radfahren und Schwimmen. Die Schwimmer musste dabei nicht nur das Sportbecken im Freibad durchqueren, sondern auch die Lippe am alten Wehr im Evenkamp. Die Schwimmer des TV meisterten die Herausforderungen: Mehrmals behaupteten sie den ersten Platz bei der Staffette.

Die anfänglichen Erfolge der Schwimmer traten bald hinter den schnellen Aufstieg der Wasserballer zurück. In den 1930er-Jahren „fristeten die Schwimmer mehr oder weniger ein Mauerblümchendasein“, bedauert die Chronik der Wasserfreunde. Zwar beteiligten sich die Schwimmer weiterhin an den Stadtmeisterschaften sowie an dem ein oder anderen Schwimmfest. Aber nach außen hin waren es die Wasserballer, mit denen sich der Werner Schwimmsport einen Namen machte.

Der Zweite Weltkrieg beendet den Schwimmsport in Werne bis 1945. Das Vereinsschwimmen war zu jener Zeit vor allem ein Männersport. Viele Schwimmer des TV mussten an die Front und kehrten nicht mehr wieder. Die, die den Krieg überlebten, bauten die Schwimmabteilung nach 1945 wieder auf.

Zum grundlegenden Auftrieb verhalf den Schwimmern der Bau des Werner Hallenbades. Nun stand ihnen endlich eine Wettkampfstätte zur Verfügung, sommers wie winters. Vor allem die Schwimmerinnen machten von sich reden, während es die Jungen nach wie vor mehr zum Wasserball zog. Ute Teubener, die erste Schwimm-Trainerin des TV, baute ab 1975 eine starke Mädchen-Mannschaft auf. Unterstützung fand sie dabei in Helmut Goldmann und Hubert Schulze Bisping, zwei erfolgreichen ehemaligen Wasserballern. Aus der Mädchen-Mannschaft gingen die spätere Schwimm-Trainerin Marion Steffen und die Schwimm-Meisterin Ingrid Finke hervor. Den ersten Kreismeistertitel holte sich 1992 Julia Weber.

Aktuell reicht das Angebot der Schwimmabteilung vom Baby- und Kleinkindschwimmen über  Schwimmkurse und Anfängerschwimmen bis hin zum Wettkampfsport. Dabei sind die Schwimmer hart im Nehmen: Als das Hallenbad 1990 renoviert wurde, absolvierten sie ihr Training bis zur Wiedereröffnung am 11. November 1990 im Freibad. 1991 nahmen die Wasserfreunde Schwimmkurse für Kinder in ihr Programm auf. 1994 kamen die ersten Wassergewöhnungskurse für Kleinkinder ab drei Jahren hinzu. Seit 1998 wird das Babyschwimmen für Säuglinge ab drei Monaten im Lehrschwimmbecken Stockum angeboten. Tradition hat bis heute das Kinderschwimmfest um den Wanderpokal der TV Werne 03 Wasserfreunde.

1995 organisierten die Wasserfreunde gleich zwei außergewöhnliche Schwimm-Veranstaltungen im Natur-Solebad. Am 19. Mai fand ein 24-Stunden-Schwimmen im Hallenbad statt. Knapp zwei Monate später, am 9. Juli, wurde das 1. Salinen-Schwimmfest im Freibad ausgetragen. Dieses Sportereignis kam so gut an, dass daraus eine lange Tradition wurde. Sie endete vorläufig im Jahr 2014. Denn das Natur-Solebad wird bis 2019 völlig neu gestaltet. Im Gegensatz zu den ersten Planungen wird das 50 m Sportbecken doch nicht wegfallen.

Das wettkampffähige 50 m Außenbecken ist eines der Aushängeschilder der Werner Wasserfreunde. So ermöglichte es ihnen, 1999 die Ruhrolympiade in Werne auszurichten. Die Ruhrolympiade ist ein regionaler Sportwettbewerb. Seit 1964 treffen sich jedes Jahr die besten Nachwuchssportler aus bis zu 17 Städten und vier Kreisen des Ruhrgebiets und der Rheinschiene, um sich in einer Städtevergleichswertung sowie beim Wettbewerb um die Titel der Ruhrolympiade-Sieger zu messen. Es gilt als das größte regionale Jugendsportereignis in Europa.

Sportliche Höhepunkte:

2004 qualifizierten sich Sarina Hartkopf und Tobias Küper für die Deutsche Jahrgangsmeisterschaft Schwimmen in Bremen. Bereits Anfang des Jahres, am 17. Januar 2005, hatten die beiden talentierten Nachwuchsschwimmer die Sportplakette der Stadt Werne beim Sportlerball im Kolpinghaus erhalten. Beide starteten für den FS Bochum 1919, hatten ihre Schwimmsportkarriere aber bei den Wasserfreunden des TV Werne begonnen. Sarina Hartkopf belegte bei den Südwestfälischen Jahrgangsmeisterschaften in fünf Disziplinen jeweils den 3. Platz und konnte sich bei den NRW-Jahrgangsmeisterschaften über 200 Meter Schmetterling ebenfalls einen 3. Platz erkämpfen.

Tobias Küper sicherte sich bei den Südwestfälischen Jahrgangsmeisterschaften in acht Disziplinen jeweils die ersten Plätze sowie einen 2. Platz über 50 Meter Schmetterling. Bei den NRW-Jahrgangsmeisterschaften schwamm er über 100 Meter Freistil den 3. Platz heraus.

2008 nahm Frauke Steffen an der Deutschen Meisterschaft im Schwimmen teil. Sie startete im Jugendmehrkampf.  Zuvor belegte sie hervorragende Plätze bei den NRW-Meisterschaften. Ihre Bestzeit über 50 Meter Rücken von 37,18 Sekunden konnte sie in Wuppertal auf 36,75 Sekunden verbessern. Dadurch qualifizierte sie sich für die Deutschen-Jahrgangsmeisterschaften in Berlin vom 11. bis 15. Juni 2008. Sie schwamm über 200 Meter Lagen und 400 Meter Freistil.

Außerhalb ihres sportlichen Elements pflegen die Schwimmer ihre Kontakte bei Festen und Trainingslagern.

Unvergessen bleibt eine Fahrt nach Ungarn im Jahr 2002. An einem Samstagmorgen sollte es los gehen, um 6 Uhr mit dem Zug in ein Trainingslager am Plattensee. Alle waren startklar und die Plätze rechtzeitig reserviert worden. Leider spielte die Deutsche Bahn nicht mit: Der Zug fiel an diesem Tag aus. Nach einigen hektischen Beratungen zwischen den Betreuern und den Eltern, die ihre Kinder auf den Bahnsteig begleitet hatten, fand sich eine Lösung. Die anwesenden Eltern stellten ihr vorhandenes Bargeld zur Verfügung und die Schwimmer konnten kurzfristig mit einem anderen Zug in Richtung Ungarn starten. Das Trainingslager wurde dann doch zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle.

Wasserball: Herren

1929 nahmen Wasserballer aus Werne zum ersten Mal an Meisterschaftsspielen teil: Fritz Eckmann, Ulrich Hesse, Franz König, Karl und Theodor Ostendorp, Horst Rutz, Ludwig Schotte, Karl und Karl-Heinz Wagner. Das größte Problem der Wasserballer war, die im Sommer erworbene Kondition über den Winter zu retten. Daher fuhren die Spieler so oft wie möglich mit dem Rad nach Herringen, wo es bereits eine Schwimmhalle mit einem 18 mal 8 Meter großen Becken gab. Die Kosten für dieses Bad, insgesamt 9 Mark pro Stunde, mussten die Sportler aus Werne aus eigener Tasche bezahlen.

Die Wasserballmannschaft stieg schon 1951 in die Landesliga und unmittelbar darauf in die zweithöchste Klasse, die II. Liga auf. Der ganz große Wurf gelang 1956: Trainiert von Karl Wagner errang das Team mit Karl Adebar, Helmut Goldmann, Walter Fohrmann, Herbert Funhoff, Ferdinand Lunemann, Alex Dissel, Karl Wittrock, Heinz Budde, Ernst Kortmann und Heinz Hübner die Deutscher Meisterschaft für Vereine ohne Winterbad. Dieser Erfolg konnte in den nächsten Jahren wiederholt werden. „Als sportliche Höhepunkte von Format sind die in Zusammenarbeit mit der Schwimmabteilung oftmals im Sole-Freibad ausgetragenen Wasserballturniere der bedeutendsten deutschen Mannschaften mit teilweise internationaler Besetzung in Erinnerung.“ (Quelle: Vereinschronik zum 75-jährigen Jubiläum 1978)

Gerade in Zeiten, in denen es kaum beheizte Freibäder, geschweige denn viele Hallenbäder gab, wurde Werne dank seines warmen Sole-Wassers zu einem beliebten Treffpunkt des nationalen und internationalen Wassersports. „Viele Turniere mit nationaler und internationaler Spitzenklasse wurden im Werner Solebad ausgetragen“, so die 1978-er Chronik. In die Geschichte sei der sogenannte „Graupenlehrgang“ eingegangen: Ein Jahr vor den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki fand in Werne ein Aufbaulehrgang für die Deutsche Wasserballnationalmannschaft statt. 14 Tage lang war Werne ein „Mekka“ des Wasserballsports.

Nach dem Aufschwung Ende der 1950er-Jahre folgte allerdings ein Niedergang. „Dieser war vorprogrammiert, denn im Glanze des Erfolgs hatte  man eine vernünftige Nachwuchsarbeit außer acht gelassen“, kritisiert die Chronik von 1978. Seitdem widmet die Abteilung der Jugendarbeit konsequente Aufmerksamkeit.

1975 beendete die Eröffnung des Hallenbads in Werne die Wasserball-Ära der „VoW“– der „Vereine ohne Winterbad“. In dieser Klasse waren die Herren neun Mal Deutscher Meister geworden: 1956, 1957, 1958, 1959, 1961, 1969, 1970, 1971, 1972. In jenem Jahr wurde die VoW-Meisterschaft zum letzten Mal ausgetragen. In den folgenden Jahren fiel die erfolgreiche VoW-Mannschaft auseinander. Erprobte Spieler wie Werner Niehues, Manfred Grube, Willi Schmidt, Josef Budde und Jörg Lexius beendeten ihre Laufbahn.

Bis zum Bau des Hallenbades mussten die TV-Wasserballer alle Heimspiele im mittleren Schwimmbecken des Solebades austragen. Das Becken war teilweise mit Solewasser gefüllt. Damit die hochkonzentrierte Salzlösung nicht die empfindliche Augenpartie schädigte, schützten sich die Spieler mit einer Art Kriegsbemalung aus Nivea-Creme. Anderen Wasserball-Vereinen ging es nicht besser. Bei Auswärtsspielen in Bocholt wurden die Wettkämpfe in einem 18 bis 19 Grad kalten See ausgetragen. Und ein Pokalspiel bei Recklinghausen fand in einem Kanal statt. Das Tor schlingerte in den Bugwellen der vorbeifahrenden Schiffe und plötzlich hatte der Keeper das Tor drei Meter hinter sich.

In Erinnerung blieben aus jenen Jahren auch interessante Kontakte zu ausländischen Teams. Im Frühjahr 1979 beendeten Israel und Ägypten mit einem Friedensvertrag einen seit 1948 dauernden Krieg zwischen ihren Ländern. Kurz darauf waren Mannschaften aus beiden Nationen in Werne zu Gast. 1979 spielte Israels Nationalteam im Solebad. Es folgte ein Gegenbesuch der Werner Mannschaft in Israel. 1980 startete das Team vom SC Heleopolis Kairo bei einem internationalen Wettkampf in Werne.

1985 liebäugelte der Torhüter des Wasserball-Bundesligisten Rote Erde Hamm mit den Wasserballern des TV Werne, die in dem Jahr in der Regionalliga spielten. Er sei es leid, sich abzurackern, um anschließend zu sehen, dass seinen Vorderleuten die Einstellung fehle und einige von ihnen nur „badeten“, sagte Lindemann gegenüber der Presse. Zunächst drohte der Wechsel an der „Menge Kohle“ zu scheitern, die Lindemann, damals nach dem Spandauer Peter Röhle der beste deutsche Wasserball-Keeper, forderte.Doch im Februar 1987 meldete der TV: „Top-Torhüter Lindemann kommt.“ Der 24-jährige trat zum 1. Mai die Nachfolge von Torhüter Herbert Klute an, der mit 32 Jahren zu alt für den Leistungssport geworden war.

Enttäuscht zeigten sich die Wasserballer im November 1985 vom Stadtrat. Es ging um die Pläne für einen Neubau des Freibades. Die Wasserballer forderten eine Überdachung des Sportbeckens. Die Politik stellte diese Forderung jedoch an die letzte Stelle ihrer Prioritätenliste. Tatsächlich sollte die Überdachung nie kommen. Als der Umbau des Freibades im Sommer 1988 fast vollendet war, stellte Bürgermeister Willi Lülf fest, dass eine Überdachung aus finanziellen Gründen vorerst kein Thema sei. Das neue Freibad werde zuerst für die Bürger, dann für den Schul- und Vereinssport und zuletzt für Leistungssportler gebaut. Immerhin versprach Lülf, dass die Stadt Werne den Wasserballern das Freibad kostenlos zur Verfügung stellen werde.

1986 griffen die Wasserballer nach der Bundesliga. Die Aufstiegsrunde wurde in Hamburg ausgetragen. Die Spieler des TV hatten viele Sympathien auf ihrer Seite – nicht nur aus den Reihen der eigenen Fans aus Werne, die mit den Wasserballern alle Höhen und Tiefen erlebten. Am Ende reichten die Punkte jedoch nicht: Poseidon Hamburg und der EOSC Offenbach zogen an Werne vorbei.

Stattdessen schafften drei Nachwuchsspieler in den Jahren 1985 und 1986 den Sprung in die deutsche Jugend-Nationalmannschaft: Christian und Thomas Timpte sowie  Dirk Schmidt. Der 15-jährige Christian Timpte spielte 1986 zum ersten Mal vor großer Kulisse – mit der B-Jugend-Auswahl des Deutschen Schwimmverbandes bei einem Sechs-Nationen-Turnier in Athen. Die DSV-Mannschaft belegte den 3. Platz. Dirk Schmidt holte 1989 als erster Wasserballer aus Werne eine Weltmeisterschaftsmedaille. Im August gewann er mit der deutschen Wasserball-Juniorenmannschaft die Bronzemedaille im französischen Narbonne – hinter Jugoslawien und dem Europameister UdSSR. Der 18-jährige Schmidt erzielte in sieben WM-Spielen fünf Treffer.

Im Juli 1988 feierten die Wasserballer den größten Erfolg in ihrer Vereinsgeschichte. Mit einem 8:1 gegen Iserlohn sicherten sie sich den Gewinn der Westdeutschen Meisterschaft und den Platz in der Eliteklasse – den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Die Entscheidung fiel bereits Ende Juni, fünf Spieltage vor dem Abschluss der Saison. Die Jahre 1988 und 1989 wurden zu einer Hochzeit des deutschen Wasserballs. Die Nationalmannschaft belegte bei den Olympischen Spielen in Seoul (1988) den vierten Platz. Im Jahr darauf gewannen die Spieler die Europameisterschaft. Es wurde auf hohem Niveau gespielt. Das Werner Team musste in der 1. Liga allerdings Niederlagen hinnehmen. Den einzigen Sieg holte es im vorletzten Saisonspiel gegen Braunschweig.

Exkurs: Werne und sein Solebad

Den Aufstieg in die Bundesliga erkämpften sich Wernes Wasserballer 1988  im Pelkumer Selbachpark. Das Werner Natur-Solebad war damals noch geschlossen, stand aber nach einem jahrelangen Umbau kurz vor seiner Eröffnung. In dem neu gestalteten Freibad konnte die Wasserball-Mannschaft dann in einem Wettkampf tauglichem 50-Meter-Becken trainieren. Allerdings droht dem Becken seit 2013 das Aus. Die Kosten für das Bad sind für die Stadt langfristig untragbar geworden. Ein Sanierungskonzept der Stadtverwaltung sieht vor, dass 50-Meter-Sportbecken abzuschaffen, um andererseits das Zugpferd des Bades – ein Becken mit Natur-Sole – erhalten zu können, wenn auch in verkleinertem Umfang. Schon beim Karnevalsumzug 2009 nahmen TV-Mitglieder den geplanten Umbau des Sole-Freibads aufs Korn und betitelten ihren Wagen als „Fass ohne Boden“

Nach dem Abstieg 1989 fiel die Mannschaft ein wenig auseinander. Frank Lindemann ging zum SV Hohenlimburg, Bernhard Telgmann wechselte zu einem Südverein in der Nähe seines Studienorts, Volkmar Scharnewski kehrte zuürck zum Verein Rote Erde Hamm. Ihr Mannschaftskollege Norbert Siemund erinnerte sich beim 25-jährigen Jubiläum an die gute Kameradschaft im Team: „Zwischenmenschlich war das eine wunderbare Zeit. Wir haben viel zusammen gemacht.“

Den Wasserballern eilte der Ruf voraus, dass sie zu feiern verstehen. Jährlicher Beweis dafür ist die Party am Pool, die schon als „Terrassenfest“ eine lange Tradition hat. Ursprünglich wurde auf der Terrasse über dem alten Eingangsbereich des Freibads gefeiert, der aus den Anfangszeiten des Bades in den 1920er-Jahren stammte. Bei dem Bad-Umbau Ende der 1980er-Jahre wurden diese alten Gebäudeteile vollständig abgerissen. Das Terrassenfest fiel drei Jahre lang aus. Am 5. August 1989 belebten die Wasserballer die alte Tradition im neuen Sole-Bad erfolgreich.

1992 organisierten die Wasserfreunde ein Fünf-Nationen-Turnier im Werner Freibad. 1996 stieg die1. Wasserballmannschaft unter ihrem Trainer Norbert Siegmund in die 2. Bundesliga auf. Die männliche C-Jugend wurde 1998 Deutscher Meister. Die männliche B-Jugend machte dies ein Jahr später nach. Beim Verbandstag in Wuppertal wurden die TV Wasserfreunde für die zweitbeste Jugendarbeit geehrt.

In der Saison 2007/2008 stockten A-, B- und C-Jugendspieler das Team der 2. Herrenmannschaft auf. Die 1. Herrenmannschaft musste dagegen abgemeldet werden. Es fehlten genügend Spieler. Immerhin kehrten ehemalige Jugendspieler nach einer Bundesligaspielzeit vom Nachbarverein zu den Wasserfreunden zurück. Nach Auflösung der Damen-Wasserballgruppe zeigten in dieser Saison erstmals wieder Mädchen Interesse an dem Sport. Eine D-Jugend-Mixed-Mannschaft konnte gebildet werden. Trainer Rainer Horsthemke wurde beim Jugendwasserball von ehemaligen Wasserballerinnen unterstützt.

2008/09 wurde die wieder erstandene 1. Herrenmannschaft Kreismeister und konnte eine Spielklasse überspringen. In der Südwestfalen-Liga stand sie hinter Rote Erde Hamm auf dem 2. Platz. Drei ehemalige Wasserballerinnen spielten außerdem zusammen mit der 2. Herrenmannschaft in der Kreisliga.

2010/2011 endete wieder eine Tradition der Wasserballer. Zum letzten Mal fand zur Sim-Jü-Kirmes das Spiel „Alte Herren gegen die Dachse“ statt. Das Schnellboot „Dachs“, mit dem Werne eine jahrzehntelange Partnerschaft verband, wurde außer Dienst gestellt. Den Wasserball hatten die Alten Herren und die Dachse allerdings schon vor Jahren gegen den Fußball getauscht – seit das Solebad wegen Grundreinigung und Revision regelmäßig über die Kirmestage geschlossen hatte.

Im Jahr 2011 verabschiedete der TV außerdem seinen „Vater des Wasserballs“. Heinrich Kleimeier hatte die Sportler 18 Jahre lang erfolgreich trainiert. In einer Bockum-Höveler Gaststätte feierte er seinen Abgang und war überwältigt von der großen Schar an Offiziellen, Aktiven und Ehemaligen, die ihn hochleben ließen. Etwa 5.000 Stunden hatte Kleimeier am Beckenrand verbracht. Dabei war er ursprünglich nach Werne gekommen, um in Sachen Wasserball kürzer zu treten.

Wasserball: Damen

1981 eroberten Frauen den Wasserball-Sport, bis dahin eine Hochburg der Männer. „Unsere Mannschaft wurde 1981 mehr oder weniger aus Eigeninitiative gegründet, weil wir, einige Mädchen der Schwimmriege, einen Ballsport betreiben wollten und für den Schwimmsport allmählich zu alt wurden“, erinnerte sich Andrea Heimann zum zehnjährigen Bestehen. Sie gehörte zu den jungen Frauen, die sich im September 1981 im Hotel Ickhorn (damals Centralhof) trafen, um die neue Gruppe zu gründen. Mit von der Partie waren Ewald Voigt, Jörg Lexius und Norbert Siemund, Vorstandsmitglieder der Schwimm- und Wasserballabteilung,  Gleich zu Beginn zeigten 16 Mädchen ihr Interesse am Wasserball: Marion Stegemann, Bettina Lünebrink, Gaby Osterhaus, Diana Konjevoda, Petra Goldmann, Gudrun Kersting, Jutta Bim, Andrea Heimann, Susanne Hildebrandt, Eva Westrup, Birgit Stegeman, Heike Welzel, Ingrid Finke, Kirsten Schulz, Mechthild Schwerbrock und Angelika Kersting. Die meisten von ihnen kamen aus der Schwimm-Leistungsriege von Ute Teubener.

Anfang der 1980er-Jahre boomte die Freude am Wasserball auch unter den Frauen. In vielen Städten entstanden weibliche Wasserball-Abteilungen. Im Westdeutschen Schwimmverband waren es jedoch noch so wenige, dass die wasserbegeisterten Mädchen aus Werne ihre Chance nutzen wollten, so schnell wie möglich in die höchste Spielklasse, die Regionalliga, aufzusteigen.

Darauf wollten sie mit ihrem Trainer Frank „Molle“ Stockbrügger hinarbeiten. „Wir gingen voller Enthusiasmus ans Werk, ließen uns den Mut trotz zahlreicher Niederlagen nicht nehmen“, so Andrea Heimann. „Molle“ Stockbrügger hätte regelrechte Pionierarbeit geleistet, um aus den Schwimmerinnen Wasserballerinnen zu machen. Auch die jungen Frauen opferten fast jedes Wochenende für den Sport. Denn ihnen wurden, zumindest in den Wintermonaten, die Trainingszeiten am Samstag- und Sonntagabend zugeteilt. Darunter litt so manche Freundschaft. Außerdem fiel das Wochenend-Training oft aus, wenn die Jugend- und Herrenmannschaften am Samstag ein Heimspiel hatten. Doch dem Zusammenhalt innerhalb des Frauen-Teams schadeten die Widrigkeiten nicht.

Bereits 1982 nahm die Mannschaft an einem Turnier in Neapel teil und gewann immerhin den Fairness-Pokal. Im Frühjahr 1984 verbrachten die Jugend- und Damen-Wasserballer zehn Trainingstage in Zagreb. Im gleichen Jahr schafften es fünf Wasserballerinnen aus Werne in die Auswahl des Westfälischen Schwimmverbands (WSV). Im Mai 1985 verwirklichten die Frauen ihr Ziel und stiegen in die höchste deutsche Spielklasse, in die 1. Regionalliga, auf. Im September setzten sie noch einen Erfolg drauf: Die Wasserball-Juniorinnen holte den Titel des Westdeutschen Meisters nach Werne. Der Vorstand organisierte eine Fete für die Wasserball-Mädchen. Die Stadt Werne würdigte den Erfolg im Dezember mit der Sportplakette für hervorragende Leistungen im Sport.

1986 lagen Freud und Leid dicht beieinander: Die 17-jährige Stefanie Schindelbauer kam in den Kader der Nationalmannschaft. Doch noch im selben Jahr verließ sie den TV Werne, da der SV Hohenlimburg die talentierte Sportlerin abgeworben hatte. 1987 durften drei Wasserball-Damen zum WSV-Lehrgang. 1989 reiste die Gruppe zu einem Pokalturnier nach Berlin und übernachtete im Olympia-Stadion.

Zu Beginn der 1990er-Jahre blieben die Wasserballerinnen auf ihrem Erfolgskurs. Beim Länderturnier der Wasserball-Juniorinnen im März 1990 wurde die Auswahl des Westdeutschen Schwimmverbandes überlegener Sieger gegen die Südauswahl und das Team des Norddeutschen Schwimmverbandes. Mit Natascha Jordan, JannineLexius und Katja Lexius gehörten drei Spielerinnen der TV-Wasserfreunde zum Siegerteam. Natascha Jordan (15 Jahre) und JannineLexius (14 Jahre) schafften außerdem den Sprung in den Kader des Deutschen Schwimmverbands. Sie nahmen an einem Lehrgang des Nationalkaders teil. 1990 freuten sich die Wasserballerinnen im TV außerdem über „Nachwuchs“: Es kamen so viele neue Mitglieder, dass eine 2. Damen-Mannschaft gemeldet werden konnte.

1991 ging es Schlag auf Schlag. Gleich vier Wasserballerinnen konnten an einem WSV-Lehrgang teilnehmen. Es folgte ein Sieg über das Nationalteam der Schweiz. Im Sommer erreichten die Frauen die Vorrunde zur Deutschen Meisterschaft. Die Schützlinge von Trainer RainerHorsthemke sicherten sich den Einzug in die Runde der letzten acht Mannschaften. Damit feierten die Wasserballerinnen im Jahr ihres zehnjährigen Bestehens ihren bis dahin größten Triumph: Sie rangierten unter den Top Ten der nationalen Wasserball-Szene, darunter der Titelverteidiger Schwimm-Union Neukölln Berlin. Doch in der Zwischenrunde waren die Wernerinnen aufgrund hoher Leistungsunterschiede ohne Chance und schieden aus.

Danach wurde es etwas ruhiger um die Werner Wasserballerinnen. 1992 nahmen sie an deutschen Zwischen- und Endrunden in Berlin und Magdeburg teil, 1994 spielten sie zusammen mit den Herren bei einem Turnier in Prag. 1999 verpassten sie knapp den Aufstieg in die Regionalliga.. Einen Erfolg am Beckenrand verbuchte Britta Fleige: Sie erhielt im Oktober 1999 die Trainerlizenz und ist damit die erste Wasserball-TRainerin in Werne. Im Jahr 2000 ging – nach acht Jahren – wieder eine weibliche A-Jugend an den Start. Als erfahrungsreich verbuchten die Wasserballerinnen ein Freiluft-Turnier im niederländischen Hatten im Juni 2001. Von sommerlichen Temperaturen konnte keine Rede sein. Lediglich 15 Grad „warm“ war das Seewasser im Becken, das sich die Sportlerinnen außerdem mit Algen, Pflanzenteilen und Kleintieren teilten. Doch die Spielerfahrungen zählten mehr als das kalte Wasser und der neunte von zehn Plätzen.

Nur zwei Jahre später hängten Wernes Wasserballerinnen ihre Kappen schweren Herzens an den Nagel. Es fehlte an sportlichem Nachwuchs. Aus privaten oder beruflichen Gründen schieden viele Mädchen und Frauen aus. Für eine neue Jugend-Mannschaft reichte es nicht mehr. Über 20 Jahre lang war der Frauen-Wasserballsport eine feste Größe in Wernes Sportlandschaft gewesen. Zweimal gewannen die Jugendspielerinnen die Westdeutsche Meisterschaft. Die Damenmannschaft zog vier Mal hintereinander in die Zwischenrunde zur Deutschen Meisterschaft ein. Mit Stefanie Schindelbauer und Natascha Jordan gingendrei Nationalspielerinnen aus den TV-Wasserfreunden hervor.  Die ganze Zeit dabei waren Bettina Horsthemke und Mechthild Görts: Die beiden Gründungsmitglieder spielten 21 Jahre für den TV. Trainiert wurden die Damen in mehr als zwei Jahrzehnten von Frank Stockbrügger, Norbert Siemund, RainerHorsthemke, Jörg Stube, Rolf Lembeke, Jürgen Plohmann und Britta Fleige. Jeder Trainer hatte seinerzeit selbst im TV Wasserball gespielt.

Schon früh stellten die Frauen außerdem fest, dass Wasserball zu Recht als harter Sport gilt, auch unter Sportlerinnen. Grobe Unsportlichkeiten, wie sie die Frauen 1989 erlebten, blieben allerdings die Ausnahme. In jenem Jahr traten die TV-Damen gegen Borghorst an – und wurden tätlich angegriffen. Nach dem Abpfiff pöbelte die Mutter einer Borghorster Spielerin die Wernerinnen in der Kabine an und wurde sogar handgreiflich. „Großen Anteil an diesen Ausschreitungen hatte der Schiedsrichter, der eine völlig indiskutable Leistung bot“, schrieb die lokale Presse damals. Dadurch sei viel Hektik und Härte ins Spiel gekommen.

Zu den erfreulichen geselligen Ereignissen im weiblichen Wasserball-Sport von Werne gehörten die Modenschauen für Sponsoren und die Spiele, die die Frauen des Öfteren zum Abschluss des Jahres gegenihre Partner austrugen.

Die Glanzzeiten des Werner Wasserballs sind seit dem Jahr 2000 vorbei. Aber es gibt weiterhin verschiedene Jugend-, Herren- und Mixed-Mannschaften, mit Spielerinnen und Spielern, die den Spaß an diesem Sport nicht verloren haben. Sie faszinieren die schnellen Spielzüge, das Über- und Unterzahlspiel sowie Taktik und Dramatik der schnellen Wettkämpfe. Immer wieder finden ehemalige Jugend- und Herrenspieler aus den Bundesliga-Zeiten sowie Spielerinnen aus der Damen-Mannschaft zu den TV-Wasserfreunden zurück.

Triathlon

Neben Schwimmen und Wasserball, gründete sich die Triathlon-Breitensportabteilung als drittes Standbein der TV Werne 03 Wasserfreunde e.V. im Sommer 2007.
Initiiert wurde die Gründung von Stephan Biermann, Wolfgang Rohe und Marianne Stein.
Zum Team gehören sowohl Iron-Athleten, wie auch Gesundheitssportler. Trainiert wird in unterschiedlichen Altersklassen und ebenso mit unterschiedlichen Zielsetzungen.
Respektiert wird die Leistung eines jeden Athleten. Obwohl Triathlon ein Individualsport ist, gibt es gemeinsame Trainingseinheiten und Wettkampfteilnahmen. Fünf Jahre nach
Gründung nahm man erstmals an Ligawettkämpfen teil. Seit 2013 kämpfen die Mannschaften in der Verbands- und Landesliga.
Mittlerweile haben sich 30 Triathleten dem Verein angeschlossen.

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