Hörsken ist Wernes schnellster Langdistanzler, Neuhaus knackt deutlich die 12 Stunden Marke

Hamburg gilt als Deutschlands Triathlonhauptstadt. In der Hansestadt wohnen die meisten Triathleten, es gibt hier die größten Triathlonvereine und über die Sprint- und Kurzdistanz findet, gemessen an der Teilnehmerzahl, jährlich der größte Triathlon der Welt statt. Im vergangenen Jahr hatte der Veranstalter IRONMAN ein neues Rennen neben Frankfurt angekündigt. Die sportbegeisterte Stadt bot sich dabei mit fantastischer Bühne in und rund um die Alster für ein perfektes Langdistanzrennen geradezu an. Dementsprechend euphorisch wurde das Rennen angenommen. Fast 800 Hamburger waren als Teilnehmer gemeldet, bei dem international besetzten Rennen aus über 60 Nationen mit 2.400 Teilnehmern. Dabei durften auch die die Wasserfreunde vom TV Werne 03 nicht fehlen.

Michael Hörsken und Marcus Neuhaus suchten sich dieses Event als Saisonhöhepunkt aus. Für Marcus Neuhaus war es die erste Langdistanz. Michael Hörsken plante nach seinem erfolgreichen Ironman Regensburg in 2010 seinen zweiten Anlauf. Für die 226 Kilometer, aufgeteilt in ein 3,8 Kilometer langes Schwimmen, gefolgt von einem 180 Kilometer Radrennen mit abschließendem 42,95 km langen Marathonlauf ist eine intensive Trainingsvorbereitung notwendig. Geprägt war die 8monatige Vorbereitung von tausenden Trainingskilometern im Wasser, auf dem Rad und beim Laufen. Dabei hatten die beiden 40jährigen Werner auch immer mal wieder mit Rückschlägen, Krankheiten und Trainingsausfällen zu kämpfen.

Der Wettkampf begann am Jungfernstieg mit dem Startschuss um 6:50 Uhr. Geschwommen wurde ein 3,8 Kilometer langer Rundkurs von der Innen- in die Außenalster zurück zum Ausstieg am Fuße des Rathauses. „Die Sonne stand recht tief, so dass ich 2 mal die Orientierung verloren habe“, so Neuhaus als Rookie über die Langdistanz. Nach 2,6 Kilometern wartete ein kurzer Landgang auf das Feld der Eisenmänner und –Frauen. Hier gab es bereits die erste Schrecksekunde für Hörsken. An dem steilen Ausstieg knickte Hörsken um und fiel aufs Knie. Zum Glück konnte er ohne Schmerzen weiter machen. Beide Werner Triathleten schwammen eine souveräne Leistung. So stieg Hörsken knapp unter 1:06 Stunden aus dem Wasser und Neuhaus benötigte 1:11 Stunden. Danach ging es in die längste Wechselzone der Welt mit knapp 1 Kilometer Weg am Ballindamm.

Der Radrundkurs führte zweimal von der Speicherstadt, in die Hafencity Richtung Süden nach Niedersachsen bis nach Buchholz und wieder zurück. Ein Highlight war die Überfahrt der Köhlbrandbrücke, 54 Meter über der Elbe. Zwar war die Radstrecke mit 800 Höhenmetern relativ flach, jedoch machte sich vor allem der Wind auf der zweiten Radrunde mit der typischen „steifen Brise“ bemerkbar. Neuhaus fuhr sehr kontrolliert einen 30er Kilometerschnitt und kam nach etwas mehr als 6 Stunden auf dem Sattel zurück in die Wechselzone. „Damit war ich mehr als zufrieden“, so Neuhaus. Hörsken lieferte ein Feuerwerk auf dem Zeitfahrrad ab. So schnell wie kein Werner vor ihm sauste er mit über 37 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit durch Niedersachsen und Hamburg und parkte sein Rad bereits nach 4:49 Stunden am Ballindamm. „Viel besser als in diesem Wettkampf kann es für mich nicht laufen“. In dem 2.400 teilnehmerstarken Feld erzielte Hörsken die 14. schnellste Radzeit, schneller als so mancher Profi.

Als Abschluss wartete der Marathonlauf auf die Werner. Rund um die Innen- und Außenalster führte ein Rundkurs, der vier mal zu durchlaufen war. Angefeuert von zehntausenden Zuschauern und angereistem Fanclub bestehend aus Familie, Freunden und Vereinskollegen machten sich Neuhaus und Hörsken auf die Laufstrecke. „Auf das Laufen habe ich mich gefreut und habe schnell gemerkt, dass es klappen wird.“ So spulte Marcus Neuhaus ein gleichmäßiges Tempo ab, biss sich auf der letzten Laufrunde noch durch und kam nach etwas mehr als 4 Stunden auf den roten Teppich vorm Hamburger Rathaus gelaufen. Auch Michael Hörsken teilte sich seine Kräfte gut ein, lief knapp unter 5 Minuten pro Kilometer. „Ich bin sehr dankbar, dass es so gut geklappt hat.“ Nach 3:26 Stunden kam Hörsken dann ins Ziel.

Michael Hörsken zeigte an diesem Tag die schnellste Werner Endzeit über die Langdistanz. Mit einer Gesamtzeit von 9:30:58 Stunden erreichte er Rang 64 im international besetzten Feld und holte sich Rang 12 in seiner Altersklasse. „Ich bin unheimlich froh, dass sich die Trainingsarbeit ausgezahlt hat. Auch wenn ich 2,5 Minuten an einem Qualifikationsplatz für die Weltmeisterschaft auf Hawaii vorbeigeschrammt bin, so macht es mich stolz so nah an Hawaii dran gewesen zu sein.“

Marcus Neuhaus hörte nach 11:33:21 Stunden die legendären Worte auf dem roten Teppich – You are an IRONMAN. Er knackte deutlich sein Ziel, unter 12 Stunden zu bleiben. Seine Endzeit bedeutete Gesamtrang 951 und 169ter seiner Altersklasse. Trotz der Freude und der tollen Leistung eines souveränen Rennens war sich Neuhaus sicher, dass „ich sowas verrücktes nie wieder machen werde“.

Auch die Wernerin Claudia Nachtwey startete für ihren Triathlonverein Tri Team Selm in Hamburg. Nachtwey kam nach 11:23 Stunden ins Ziel und wurde 4te ihrer Altersklasse und kam im Damenfeld auf Gesamtrang 49.

Michael Hörsken

9:30:58
Platz 64 / AK12 1:05:58 / 4:49:32 / 3:26:43

Marcus Neuhaus

11:33:21
951ter / AK 169 1:11:29 / 6:01:52 / 4:01:30

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